Menü
Anmelden
Wetter bedeckt
18°/7°bedeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus WolfsburgWolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg

Wolfsburg
07:18 26.05.2021
Interessierte gestalten das Co-Working-Space-Konzept in Gifhorn mit. Ein erster digitaler Workshop fand am 10. Mai statt. Foto: Gesa Walkhoff

Was passiert, wenn sich Soloselbstständige und Start-ups, Studierende und Angestellte, Kreative und Geschäftsleute zeitweise oder auf Dauer einen Arbeitsort teilen? Sie tauschen sich aus, bilden Netzwerke, lernen voneinander und entwickeln Ideen. Vielleicht auch solche, die zur Gründung eines neuen Unternehmens führen. So jedenfalls erhoffen sich das die Stadt Gifhorn, die Gifhorner Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing GmbH (WiSta) und die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg von Gifhorns erstem Co-Working-Space.

LSW Wallbox

Wenn es nach Martin Ohlendorf, dem Geschäftsführer der WiSta Gifhorn GmbH, geht, soll bereits im August diesen Jahres das erste Co-Working-Space in der Innenstadt, möglichst in unmittelbarer Nähe der Fußgängerzone, eingerichtet sein. Die Wista, die von der Stadt Gifhorn und der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg mit der Planung des Projektes betraut ist, möchte hier moderne, komfortable Arbeitsplätze mit schnellem Internet zur Verfügung stellen. Die Räumlichkeiten plant die Wista so zu gestalten, dass sie drei unterschiedlichen Nutzungsvarianten entsprechen: So soll es einen Besprechungsraum geben, der bei Bedarf angemietet werden kann, mehrere Einzel- oder Doppelbüros, die langfristig vermietet werden sollen, und sogenannte Flex-Arbeitsplätze, das heißt Schreibtische, die kurzfristig buchbar sind. Außerdem wird das Co-Working-Center auch Gemeinschaftsbereiche umfassen, die alle Mieter nutzen können: eine Gemeinschaftsküche, einen Aufenthaltsbereich mit Kickertisch, Rückzugsräume, um ungestört telefonieren zu können, und natürlich sanitäre Anlagen. Starten wird das Projekt zunächst voraussichtlich auf einer Fläche von ungefähr 200 Quadratmetern, doch dabei wird es vermutlich nicht lange bleiben. „Wir gehen davon aus, mit dem Co-Working-Space schon bald expandieren und leer stehende Geschäftsräume im Steinweg anmieten zu können“, vermutet Martin Ohlendorf.

Entwickelt wurde die Co-Working-Space-Idee von Pascal Betker, der während und nach seinem Masterstudium im Bereich Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement die Wista tatkräftig unterstützt hat.  Foto: Pascal Betker
Entwickelt wurde die Co-Working-Space-Idee von Pascal Betker, der während und nach seinem Masterstudium im Bereich Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement die Wista tatkräftig unterstützt hat. Foto: Pascal Betker

Platz für gemeinsame Ideen

Ein Co-Working-Space hat nicht nur den Zweck, flexibel nutzbare Büro- und Besprechungsräume für selbstständige Unternehmer, Geschäftsleute auf Dienstreise oder Angestellten, denen im Homeoffice die Decke auf den Kopf fällt, zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sollen über das Co-Working-Angebot ganz neue Möglichkeiten geschaffen werden, zusammenzuarbeiten und geschäftliche Kontakte zu knüpfen. Martin Ohlendorf stellt sich das so vor: „Vielleicht wird ein Event-Veranstalter dort seinen Schreibtisch haben. Nebenan arbeitet ein IT-ler und ein Jurist bucht einen Flex-Arbeitsplatz. Alle drei treffen sich in der Gemeinschaftsküche, tauschen sich aus und entwickeln Ideen. Möglicherweise stellt der eine fest, dass der andere genau die Dienstleistung anbietet, die er gerade gut gebrauchen kann. Das ist eine Win-Win-Situation.“ Die Philosophie, die hinter dem Co-Working-Space-Konzept steckt, fasziniert den Wista-Geschäftsführer: „Hier können so viele neue Möglichkeiten entstehen, die im Vorhinein gar nicht planbar sind.“ Aus diesem Grund sei Co-Working für ihn weit mehr als nur eine Bürogemeinschaft. „Es ist Teil eines Weltwechsels“, erklärt Martin Ohlendorf.

Belebung des Steinwegs

Doch nicht nur nach innen soll das Co-Working-Space seine Dynamik entfachen, sondern auch nach außen. Ein wesentliches Ziel der Gifhorner Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing GmbH ist, dass das Co-Working-Center aktiv zur Belebung der Fußgängerzone beiträgt. Damit ist nicht nur gemeint, dass die Mieter Cafés, Restaurants und Geschäfte in der Fußgängerzone aufsuchen. „Wir möchten, dass um das Co-Working-Space herum ein Außenbereich entsteht, der ein Frequenzbringer für die Fuzo on top ist“, führt Martin Ohlendorf aus. Durch Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Space und Existenzgründungen, die sich daraus ergeben, könnte das Stadtbild eine Belebung erfahren. „Der Aufbruchgedanke soll in die Fußgängerzone fließen", wünscht sich der Geschäftsführer der Wista Gifhorn.

Große Erwartungen scheinen mit dem Projekt verbunden zu sein. Doch woher kommt die Gewissheit, dass das Konzept aufgeht? „Die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg hat bereits Erfahrungen mit einem Co-Working Space in Celle gesammelt. Es ist ständig ausgebucht und die Warteliste ist lang. Wir freuen uns sehr, dass das Angebot so gut angenommen wird und offensichtlich genau die Bedürfnisse der Unternehmer trifft“, erklärt Dr. Patrick Kuchelmeister, stellvertretender Vorstandvorsitzender der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg.

Realisiert werden soll die Einrichtung des Co-Working-Spaces insbesondere durch Fördergelder, die die Stadt beim Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“ beantragt hat.

Zukunftsraum für Gifhorn

Interessierte und zukünftige Nutzer des Co-Working-Spaces sind aufgerufen, sich an der Ausgestaltung der Räumlichkeiten und der Nutzungsbedingungen zu beteiligen. Dazu fand am 10. Mai ein erster digitaler Workshop statt, in dem Menschen in verschiedensten Lebenssituationen und mit unterschiedlichen Ansätzen und Bedürfnissen ihre Ideen und Wünsche bezüglich der Ausgestaltung eines Gifhorner Co-Working-Spaces einbrachten. Moderiert werden die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen von Susanne Schreiber-Beckmann und Klaus Danne, die ihre langjährigen Erfahrungen mit dem Thema, insbesondere durch ihre Zusammenarbeit mit dem Co-Working-Space Celle, einbrachten.

Das Bemerkenswerte an dem Konzept ist, dass kaum ein Co-Working-Space dem anderen gleicht. Wesentlicher Bestandteil des Entwicklungsprozesses eines jeden dieser Lebens- und Arbeitsräume ist, dass sie individuell auf die Situation der Stadt und der Bedürfnisse der Menschen, die dort arbeiten, zugeschnitten sind. So gibt es Co-Working-Angebote, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Ziel haben, andere stellen den Zugang zu anderen Menschen, Wissen und Technologien in den Mittelpunkt oder ermöglichen innovative Bildungswelten.

Wer Interesse an dem Co-Working-Konzept hat oder sicher vorstellen könnte, dort einen Arbeitsplatz einzurichten, kann sich jetzt noch an der inhaltlichen und äußeren Gestaltung des Co-Working-Spaces Gifhorn einbringen.

Kontakt: Martin Ohlendorf, martin.ohlendorf@wista-gifhorn.de, 05371 - 61 80 89 21

4
/
13