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19:31 08.04.2020
Die klassische Beerdigung mit Trauerfeier in der Kirche oder Kapelle ist derzeit nicht erlaubt. Foto: pxhere.com

Wenn ein geliebter Mensch verstirbt, sind bei den Hinterbliebenen – egal, ob Familienmitglieder oder Freunde – Trauer und Schmerz unsagbar groß. In Zeiten des Coronavirus werden entsprechende Bestattungen plötzlich noch bedrückender, denn Gottesdienste in der Kirche oder auch der Friedhofskapelle mit vielen Menschen, die sich verabschieden und den Verstorbenen auf seinem letzten Weg begleiten wollen, sind untersagt.

Lediglich eine kurze und kleine Trauerfeier an der Kapelle unter freiem Himmel oder der Grabstelle im engsten Familienkreis ist erlaubt – allerdings ohne unmittelbare Nähe der Teilnehmer untereinander, eine liebevolle Umarmung, einen Kuss auf die Wange oder auch den vertrauten Händedruck. Dennoch oder gerade deswegen lassen die Bestatter aus der Region die Angehörigen nicht allein, sondern sind bestrebt, die letzte Reise der Verstorbenen so schön wie möglich zu gestalten und den Hinterbliebenen zuverlässiger Ansprechpartner und Vertrauter zu sein.

„Gerade in diesen Zeiten ist es wichtiger denn je, jederzeit für die Hinterbliebenen dazu sein und Ihnen telefonisch oder auch persönlich zuverlässig mit Rat und Tat zur Seite zu stehen“, sagt beispielsweise Gerrit Gebauer vom gleichnamigen Wolfsburger Bestattungsinstitut.

Generell gelten derzeit folgende Bestimmungen für Bestattungen:

Der Tod eines geliebten Menschen ist für die Hinterbliebenen derzeit noch bedrückender.              Foto: pxhere.com
Der Tod eines geliebten Menschen ist für die Hinterbliebenen derzeit noch bedrückender.              Foto: pxhere.com

• Die beiden Bestattungsarten (Erd- und Feuerbestattung) sind weiterhin frei wählbar und bleiben auch in Zeiten der Krise möglich.
• Grundsätzlich sind Beerdigungen und Trauerfeiern aufgrund der Coronakrise nur noch eingeschränkt möglich.
• Gottesdienste – auch in Zusammenhang von Trauerfeiern – sind untersagt.
• Zulässig sind Erd- und Urnenbestattungen sowie Totengebete im engsten Familien- und Freundeskreis.

Zudem empfiehlt der Bundesverband der Bestatter in Deutschland:

• Der Kreis der Teilnehmer einer Trauerfeier sollte so klein wie möglich (maximal 10 Personen) gehalten werden, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern.
• Bei der Trauerfeier sollten vor Ort Teilnehmerlisten ausliegen, in die durch einen Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung oder des Bestatters alle Teilnehmer inklusive sämtlicher Kontaktdaten eingetragen werden. Diese dient der schnelleren Identifikation der Teilnehmer, sollte zu einem späteren Zeitpunkt einer der Teilnehmer positiv auf Corona getestet werden. Die Listen sollen für eine angemessene Zeit, also etwa vier Wochen, verwahrt werden, bevor sie dann vernichtet werden.
• Bei der Trauerfeier selbst sollte auf körperliche Gesten der Kondolenz und Anteilnahme (Umarmungen, Küsse, Händeschütteln) verzichtet und ein Abstand von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmern eingehalten werden.
• Bei länderübergreifenden Trauerfeiern sollten die aus anderen Bundesländern anreisenden Trauergäste im Vorfeld auf ein mögliches Infektionsrisiko hingewiesen und gebeten werden, möglichst nicht zur Trauerfeier anzureisen.  

Foto: pxhere.com
Foto: pxhere.com

Überlegungen, die Angehörige mit dem Bestatter ihres Vertrauens anstellen sollten:

• Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung könnte zunächst im engsten Familienkreis stattfinden, die größere Trauer-/Gedenkfeier dann später, wenn die Corona-Krise vorbei ist. Darauf sollte dann auch schon in entsprechenden Anzeigen und Trauerbriefen hingewiesen werden.
• Auch Online-Übertragungen der Trauerfeier über das Internet können, wenn die technischen Voraussetzungen bestehen, eine Alternative sein.
• Oder die Betroffenen lassen die Trauerfeier als Video aufzeichnen, sodass der Film später, zum Beispiel bei einer Gedenkveranstaltung, gemeinsam angesehen werden kann.
• Denkbar ist auch ein Fotobuch, für das während der Trauerfeier Aufnahmen gemacht werden, die dann auch weiteren Verwandten oder Freunden als Erinnerung zugeschickt werden.
  

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