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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Oldtimer auf zwei Rädern in Grußendorf
00:05 29.07.2020

Egon Tantius war 16, als ihn die Leidenschaft für Mopeds packte. Als seine Freunde 18 wurden, stiegen viele von ihnen auf Autos um und wollten ihre motorisierten Zweiräder loswerden. „Ich habe die Maschinen günstig abgekauft, repariert und bei mir zu Hause im Gartenhäuschen und in der Garage gesammelt“, erinnert sich Egon Tantius. Doch obwohl er weitere Garagen über die ganze Stadt Wolfsburg verteilt anmietete, reichte der Platz nicht aus. „Immer wieder musste mein Mann Mopeds verkaufen, die er repariert hatte. Das tat mir leid“, erzählt Ehefrau Brigitte Tantius. Deshalb hatte sie die Idee, ein größeres Gebäude anzumieten, um ein Museum einzurichten. In Grußendorf fanden sie schließlich ein Haus mit Garten. Noch bevor sie selbst dort einzogen, bauten sie hinten auf dem Grundstück ein Museum.

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Die Sammlung als Familienunternehmen

„Mein Mann hatte Nachtschicht. Deshalb bin ich morgens hingefahren und habe den Maurern Steine angereicht“, erinnert sich Brigitte Tantius. Für sie stand außer Frage, dass sie die Sammelleidenschaft ihres Mannes unterstützen wollte. „So habe ich ihn kennengelernt und so habe ich ihn behalten“, erklärt sie lachend.

Vor 25 Jahren eröffneten Egon und Brigitte Tantius ihr Zweiradmuseum in Grußendorf.
Vor 25 Jahren eröffneten Egon und Brigitte Tantius ihr Zweiradmuseum in Grußendorf.

Später färbte die Passion für Zweiräder auch auf den gemeinsamen Sohn Tobias ab, der die Sammlung einmal übernehmen wird, wie Egon Tantius zufrieden feststellt. Zurzeit arbeiten Vater und Sohn noch Hand in Hand und haben eine gute Arbeitsteilung gefunden: Während Egon Tantius die Zweiräder repariert, recherchiert Tobias Tantius die Historie der Fahrzeuge und ihrer Besitzer und hält sie auf Info tafeln fest. Dieser Bezug ist Egon Tantius sehr wichtig, der die Räder zwar pflegt, aber findet, dass man den Stücken ihr Alter ruhig ansehen darf. „Die Fahrzeuge sollen nicht neuer als neu aussehen, sondern ihre Geschichte erzählen“, findet er.

25 Jahre ET*-Zweiradmuseum

Nicht nur die gesammelten Stücke, auch das Museum selbst schreibt mittlerweile Geschichte: Es wird in diesem Jahr 25. Unzählige Besuchergruppen haben sich die Sammlung bereits angeschaut. Sogar aus Berlin und Dänemark seien welche gekommen, berichten die Eheleute.

Das ET-Zweiradmuseum kann jederzeit besucht werden, allerdings muss man sich mindestens drei Tage vorher anmelden. Schließlich betreibt die Familie den Aufwand ehrenamtlich und muss Zeit für die Führungen einplanen. Spenden werden gerne genommen, um die Sammlung zu finanzieren. Die hat mittlerweile beachtliche Ausmaße erreicht! Unzählige Modelle, vom Kinderdreirad über Fahrräder und Räder mit Hilfsmotor bis hin zu Mopeds und Rollern sind zu bewundern. Da ist zum Beispiel ein Fahrrad-Prototyp von Panther aus dem Jahr 1948 oder das Miele-Fahrrad eines Landwirts, das im Krieg konfisziert und mit Tarnbeleuchtung ausgestattet wurde. Zu sehen sind ein Elektromoped, das das Versandhaus Quelle in der Zeit der Energiekrise auf den Markt brachte, Mopeds der Lutz GmbH aus Braunschweig-Kralenriede, die 1954 Konkurs anmeldete, und viele weitere bekannte oder längst vergessene Marken und Modelle. Hier, im Museum der Familie Tantius, werden sie für den Besucher lebendig und erzählen ihre Geschichte.

*Das Kürzel „ET“ steht für Egon & Tobias

Tag der offenen Tür am 29. August 2020

am 29. August 2020 mit Kaffee und hausgebackenem Kuchen, Bockwürstchen und jeder Menge Zweirad-Oldtimern

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