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Wolfsburg
00:05 22.04.2021

Mit 16 Jahren fing Carmen Nock an, Geschichten zu träumen. „Was ich tagsüber erlebe, verarbeite ich in meinen Träumen. Dort bildet es sich zu Geschichten, die ich anschließend nur noch aufschreiben muss.” So beschreibt die Westerholzer Autorin ihren Schaffensprozess. Dabei hat das Schreiben für sie auch eine entlastende Funktion. „Man sagt ja, was man aufgeschrieben hat, kann man immer wieder hervorholen. Deshalb muss man nicht mehr darüber nachdenken und hat in seinem Kopf Platz für Neues”, ergänzt sie.

Früher hat sie ihre Geschichten einfach nur in den Schrank gepackt. Vor circa fünf Jahren entdeckte eine Freundin zufällig das heimliche Hobby Carmen Nocks. „Ich musste erst einmal eine Geschichte abtippen, denn meine Handschrift kann niemand entziffern”, erinnert sich die Autorin. Der Freundin gefiel die Geschichte. Sie fand, daraus müsse man mehr machen.

Das fand auch Carmen Nocks Familie. Ihr 17-jähriger Sohn Fiete machte Nägel mit Köpfen. „Er wollte mir meine Geschichte als Buch zum Geburtstag schenken”, erinnert sich die Autorin. „Mithilfe seines Freundes Felix Bonecke hat er das Layout gemacht, das Cover gestaltet und das Ganze zum Drucken geschickt.” Ihr zweiter Sohn, der 15-jährige Eike, hatte seine Mutter vorher schon mit der nötigen Technik ausgestattet. „Ich habe keine Ahnung von Computern. Eike hat mir seinen Laptop geliehen und meine PC-Probleme gelöst.” Felix Bonecke recherchierte auch einige Details zum Roman. Er und Fiete lasen die Geschichte zur Probe. „Das ist das erste Mal, dass ich einen Liebesroman gelesen habe”, sagte er anschließend.

Kurz vor Silvester trafen die ersten fünfzig Exemplare des Romans bei Familie Nock ein. „Das ist ein tolles Gefühl, das eigene Buch in der Hand zu halten”, freut sich Carmen Nock. Und nicht nur sie! Auch ihr Umfeld ist begeistert. „Meine Söhne sind stolz auf ihre Mama.”

Einen Teil der ersten Auflage verschenkte Carmen Nock an Freunde und Verwandte. „Dann hat sich herumgesprochen, dass ich schreibe. Also kamen die Leute zu mir und wollten ein Buch kaufen.” Die Resonanz ihrer Leser ist durchweg positiv. „Ich höre oft, dass es eine schöne Geschichte ist, die sich gut lesen lässt.” Die Autorin ist immer noch überrascht von dem Erfolg ihres Buches. „Es ist schön, dass es so gut ankommt. Ich hätte nie gedacht, dass es so gut läuft!”

Nun sind bereits die nächsten zwei Bücher in Arbeit. Das erste soll in der zweiten Jahreshälfte veröffentlicht werden. Darin geht es um die Beziehung zwischen einem Lehrer und einer Schülerin, die mit vielen Konflikten behaftet ist. „Das erste Buch schreibe ich aus der Sicht der Schülerin, das zweite, das im nächsten Jahr erscheinen wird, aus der Sicht des Lehrers”, verrät Carmen Nock.

DEM EIGENEN STIL VERPFLICHTET

Carmen Nock genießt den Freiraum, den sie als Selbstverlegerin hat. Beim Schreiben ihrer Romane sind ihr die Dialoge zwischen den Personen besonders wichtig. „Ich mag keine seitenlangen Landschaftsbeschreibungen.” Auch Personenbeschreibungen hält sie so knapp wie möglich. „So können sich meine Leser leichter in die Geschichte hineinversetzen und mit den Personen identifizieren.” Auf diese Weise hat sie ihren ganz eigenen Stil entwickelt. „Wenn ein Verlag meine Bücher so drucken würde, wie ich sie schreibe, würde ich vielleicht mit ihm zusammenarbeiten. Aber Verlage haben ihren eigenen Stil.” Außerdem ist es ihr nicht wichtig, Massen von Büchern zu verkaufen. „Wenn ich mir im Landkreis Gifhorn einen Namen machen kann, würde mir das schon reichen.”


Das Cover von „Selma, die Haushälterin” haben Felix Bonecke und Fiete Nock gestaltet. Der Roman ist erhältlich in der Buchhandlung Ullrich in Hankensbüttel, bei A&O in Wahrenholz sowie in den Buchhandlungen Dänzer und Nolte in Gifhorn. Außerdem kann es bei der Familie Kausche, Mühlenweg 2 in Barwedel, und bei Carmen Nock selbst, Schwarzer Weg 1 in Westerholz, erworben werden. Ein Euro pro Buch wird an eine gemeinnützige Organisation für Kinder gespendet.

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