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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Die meditative Kraft des Waldes
06:20 27.04.2018
© marigranula/123RF
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Auch deutsche Maler malten gern unter freiem Himmel, aber erst die höchst innovativen französischen Impressionisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seien die Namensgeber für diese Arbeitsweise gewesen: en plein air – im Freien, erklärt Jochen Weise. Und ja, das sei mal ganz schön, aber ihn reize der wunderschöne Kiefernwald am Ortsrand von Meinersen nicht so sehr, darin eine Staffelei aufzustellen, sondern um Ruhe zu finden, abzuschalten und Energie zu tanken.

Herausforderung für regionalen Kunstbetrieb

Viele Ausflüge in das Wäldchen für noch mehr Kraft und neue Ideen wird der 72-Jährige künftig auch brauchen, denn der Verein Künstlerhaus Meinersen wählte ihn gerade erst zum Künstlerischen Leiter seiner Einrichtung. In dieser neu geschaffenen Funktion soll Jochen Weise auf dem bereits eingeschlagenen Weg für noch mehr künstlerische Dynamik und Innovation sorgen. Damit öffnet sich das Künstlerhaus von der anfänglichen Herberge und Wirkungsstätte für junge Künstler, die es weiterhin bleiben werde, zu einem Ausstellungsforum für junge Kunst und zu einer Bildungsstätte mit Vorträgen und Seminaren für Kunstinteressierte aus der Region. Eine Kooperation mit anderen Künstlerhäusern in Europa sei bereits in Planung.


„Ich kenne die Höhen und Tiefen vieler Künstler-Karrieren, nicht zuletzt auch aus eigenem Erleben.“


Ideales Profil für neue Position

Die Rolle des Künstlerischen Leiters ist Jochen Weise wie auf den Leib geschnitten, denn seine Liebe und sein Leben gelten der Malerei. Nach seinem Studium an der Fachhochschule Hannover und der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig erhielt er zahlreiche Stipendien, die ihn unter anderem 1987 ins damals völlig abgeschottete Tibet und 2016 nach Südafrika führten, vermittelt seit vielen Jahren als Lehrbeauftragter Jugendlichen aus Deutschland und aller Herren Länder und Senioren durch Kunst die Teilhabe an der Gesellschaft, führte eigene Galerien und lebt vom Verkauf seiner Bilder aus bis zu sechs Ausstellungen pro Jahr. „Ich kenne die Höhen und Tiefen vieler Künstler-Karrieren, nicht zuletzt auch aus eigenem Erleben. Deswegen weiß ich, welche Verantwortung wir im Künstlerhaus bei der Vergabe von Stipendien haben – nicht nur fachlich, sondern auch menschlich. Deshalb freue ich mich auf meine neue Aufgabe als Künstlerischer Leiter“, sagt Jochen Weise. Dass er seine Ziele erreichen wird, bezweifelt niemand. Ein Mann, der allein drei Monate lang mit dem Fahrrad durch Tibet fährt und im Transhimalaya das Meditieren geübt hat, versteht es, in Meinersens Kiefernhainen Kraft zu tanken, um fit für seine Arbeit zu sein. (jv)


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